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Wo liegt Kronstadt? Kronstadt ist im Burzenland gelegen, einer Senke im südöstlichsten Zipfel von Siebenbürgen. Drei Seiten des Burzenlandes sind von Bergen umgeben, nur
im Osten bildet der Fluss “Alt” die Grenze zu den Szeklergebieten. Kronstadt wurde vom Deutschen Orden gegründet, der von 1211 bis 1225 das Burzenland als Lehen vom ungarischen König Andreas II. besaß. Kronstadt wurde von Anfang an als Stadt angelegt, mit der Bestimmung Handelsmittelpunkt für den Handel mit dem Orient zu sein. Corona, die Innere Stadt von Kronstadt, besitzt den typischen Grundriss einer mittelalterlichen deutschen Stadt. Auch dessen Verwaltung und soziale Struktur besitzt große Ähnlichkeitmit den binnendeutschen Städten. Zum erstenmal wird Kronstadt 1235 urkundlich erwähnt. In der Mitte des 13. Jahrhunderts begannen die schweren Verteidigunskämpfe der jungen Stadt gegen die aus Asien eindringenden Eroberer: in den Jahren 1241/1242, 1278, 1285 und 1335 gab es verheerende Einfälle der Tataren, bei denen ein großer Teil der Bevölkerung zu Grunde ging. Nur durch Einwanderung konnten die verwüsteten Ortschaften des Burzenlandes wieder aufgebaut werden. Ein halbes Jahrhundert nach dem letzten Tatareneinfall standen die Türken südlich der Karpaten und begannen ihre Eroberungszüge nach Siebenbürgen. 1395 brachen sie zum erstenmal über den Törzburgpass ins Burzenland ein. 1421 wurde Kronstadt vom osmanischen Sultan Murad II. erobert und zerstört. Auch die seit 1383 in Bau befindliche große gotische Marienkirche stand als Ruine da. 1432 wurde Kronstadt zum zweitenmal von den Türken erobert, doch dann bauten die Kronstädter die Stadtmauern aus, so dass die Stadt 1438 von den Türken nicht mehr eingenommen werden konnte. In der Zeit nach der Schlacht von Mohács (1526) und des Zusammenbruchs des ungarischen Staates, begann der Aufbau der Kronstädter Selbstverwaltung, der von den ungarischen Königen unterstützt wurde. In dieser Beziehung spielt der große Freibrief König Ludwigs des Großen von 1353 für die Entwicklung von Kronstadt dieselbe Rolle wie der Andreanische Freibrief von 1224 für die Gesamtheit der Siebenbürger Sachsen. 1499 übernahm die Stadt die Törzburg als Pfandbesitz vom König und übernahm dadurch sämtliche Befugnisse des Kastellans und der Szeklergrafen. Dadurch unterstand die Stadt nur noch dem König und hatte dadurch eine Stellung entsprechend jener der freien deutschen Reichsstädte. Der politische Aufstieg Kronstadts zur autonomen Stadt war wesentlich durch dessen wirtschaftliche Entwicklung bedingt. Um 1500
war Kronstadt mit 10.000 bis 12.000 Einwohnern die größte und bedeutendste Handelsstadt Siebenbürgens, welche durch wichtige
Privilegien untermauert wurden. 1358 verlieh König Ludwig der Große den Kronstädter Kaufleuten das Recht des freien Handels
entlang der Flüsse Bosau und Prahova bis zur Mündung des Sereth in die Donau. 1368 schloss der walachische Fürst Vlaicu einen eigenen Handelsvertrag mit den Kronstädtern. Kronstadt ist ursprünglich aus vier voneinander getrennten Siedlungen entstanden: Corona (die Innere Stadt), die Altstadt (Martinsberg und Bartholomä), die Obere Vorstadt (Scheii Brasovului) und die Blumenau. Die Innere Stadt und die Altstadt waren reine deutsche Siedlungen. Der Ursprung der Oberen Vorstadt scheint eine romanisierte slawische Siedlung zu sein.
Fortsetzung folgt ... Auszüge aus dem Buch: |
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